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Software Lizenzen

Windows Server Lizenzierung

AutorIn: Oliver Dolinac

Windows Server Lizenzierung folgt klaren Regeln aber die Kombination aus Core-Lizenzierung, CALs, Editionen und Virtualisierungsrechten macht es in der Praxis schnell unübersichtlich. Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick und erklärt die grundlegenden Konzepte der Windows Server Lizenzierung.

Wie funktioniert die Windows Server Lizenzierung?

Microsoft Windows Server wird nach zwei zentralen Faktoren lizenziert: nach Cores (physischen oder virtuellen Prozessorkernen) und nach Client Access Licenses (CALs). Beide Komponenten greifen ineinander und müssen bei der Planung gemeinsam berücksichtigt werden.

Core-basierte Lizenzierung

Windows Server wird pro Kern lizenziert – also basierend auf der Anzahl der physischen oder virtuellen Kerne eines Servers. Dabei gilt eine Mindestanforderung von 8 Kernen pro CPU und 16 Kernen pro physischem Server. Wer also einen Server mit zwei Prozessoren und je 8 Kernen betreibt, benötigt mindestens 16 Core-Lizenzen.

Client Access Licenses (CALs)

Jedes Gerät und jeder Benutzer, der auf einen Windows Server zugreift, benötigt eine Client Access License (CAL). CALs können entweder pro Benutzer oder pro Gerät vergeben werden je nachdem, welches Modell für die eigene Organisation wirtschaftlicher ist.

Grundsätzlich unterscheidet Microsoft zwei CAL-Typen:

  • Base CALs decken den grundlegenden Zugriff auf Windows Server ab.
  • Additive CALs werden zusätzlich zu den Base CALs benötigt, wenn erweiterte Funktionen genutzt werden sollen.

Ein wichtiger Hinweis für Unternehmen mit Microsoft 365: Über die Enterprise Mobility + Security (EMS) Suite sind in vielen Lizenzen bereits Windows Server CAL-Rechte enthalten, was den separaten CAL-Kauf in solchen Fällen überflüssig machen kann.

Die zwei Windows Server Editionen im Vergleich

Microsoft bietet Windows Server in zwei Haupteditionen an, die sich vor allem in ihren Virtualisierungsrechten unterscheiden:

Windows Server Standard Edition

Die Standard Edition eignet sich für Umgebungen mit relativ geringem Virtualisierungsbedarf. Sie erlaubt den Betrieb von bis zu zwei virtuellen Maschinen (VMs) pro lizenziertem Server.

Lizenzierung nach physischen Cores: Bei der kern-basierten Lizenzierung erhält man das Recht, zwei Betriebssystemumgebungen (physisch oder virtuell) oder zwei Windows Server Container mit Hyper-V-Isolation zu betreiben. Zusätzlich darf die Serversoftware in der physischen Umgebung genutzt werden, sofern diese ausschließlich zum Hosten und Verwalten der virtuellen Umgebungen dient.

Lizenzierung nach VM: Alternativ kann jede VM einzeln lizenziert werden. Pro Lizenz erhält man das Recht, entweder eine virtuelle Betriebssystemumgebung, einen Windows Server Container mit Hyper-V-Isolation oder beliebig viele Windows Server Container ohne Hyper-V-Isolation zu betreiben.

Windows Server Datacenter Edition

Die Datacenter Edition ist die richtige Wahl für stark virtualisierte Umgebungen. Sie erlaubt eine unbegrenzte Anzahl an virtuellen Maschinen auf dem lizenzierten Server und bietet damit maximale Skalierbarkeit.

Lizenzierung nach physischen Cores: Bei kern-basierter Lizenzierung dürfen beliebig viele Betriebssystemumgebungen (physisch oder virtuell) sowie Windows Server Container – mit oder ohne Hyper-V-Isolation – auf dem Server betrieben werden.

Lizenzierung nach VM: Auch hier gilt: Pro Lizenz kann eine virtuelle Betriebssystemumgebung, ein Container mit Hyper-V-Isolation oder beliebig viele Container ohne Hyper-V-Isolation genutzt werden.

Software Assurance (SA)

Software Assurance (SA) bietet zusätzliche Rechte und Benefits für Windows-Nutzer:

  • New Version Rights: Automatisches Upgrade auf die jeweils neueste Windows Server Version.
  • Step-Up Lizenzen: Wechsel von einer niedrigeren auf eine höhere Edition, z.B. von Standard auf Datacenter.
  • Disaster Recovery: Zusätzliche Instanzen für den Notfallbetrieb und die Wiederherstellung.
  • Azure Hybrid Benefit: Eigene Windows Server Images können in Microsoft Azure eingesetzt werden aber bezahlt wird nur für die genutzten Azure-Dienste, nicht doppelt für die Lizenz.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet

Windows Server Lizenzierung ist ein komplexes Thema. Wer sie versteht, kann Kosten gezielt steuern, Compliance sicherstellen und sichergehen, dass die eigene IT-Infrastruktur den genauen Anforderungen des Unternehmens entspricht.

Ein oft unterschätzter Faktor ist dabei der Zeitpunkt. Unternehmen, die erst zwei Monate vor Verlängerung oder Audit mit der Analyse beginnen, verlieren den nötigen Spielraum für fundierte Entscheidungen und die Hebelwirkung für Preisverhandlungen. Ein Vorlauf von sechs bis neun Monaten gibt Ihnen die Zeit, Alternativen zu prüfen, Verhandlungen vorzubereiten und Änderungen geordnet umzusetzen.

Server Lizenzierung bei Seidl Software

Genau dabei unterstützen wir Sie. Wir analysieren Ihre gesamte serverseitige Lizenzlandschaft, unabhängig davon, ob lokal, virtualisiert oder hybrid betrieben. Dabei schauen wir uns die Bereiche, die häufig übersehen werden: Virtualisierungsrechte, Hybridrechte sowie die korrekte Abgrenzung zwischen Datacenter und Standard Nutzung. Denn erst wenn Sie einen klaren Überblick haben, können Sie fundierte Entscheidungen treffen und unnötige Kosten oder Compliance-Risiken vermeiden.

Gerne begleiten wir Sie dabei, von der ersten Bestandsaufnahme bis zur konkreten Optimierungsempfehlung.

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Summary

Wie wird Windows Server lizenziert?

Windows Server wird core-basiert lizenziert: nach der Anzahl der physischen oder virtuellen Prozessorkerne. Zusätzlich benötigen alle Benutzer und Geräte, die auf den Server zugreifen, eine Client Access License (CAL).

Wie viele Core-Lizenzen benötige ich mindestens?

Microsoft schreibt mindestens 8 Core-Lizenzen pro CPU und 16 Core-Lizenzen pro physischem Server vor. Ein Server mit zwei Prozessoren und je 8 Kernen benötigt also mindestens 16 Core-Lizenzen.

Was ist der Unterschied zwischen Windows Server Standard und Datacenter?

Der wesentliche Unterschied liegt in den Virtualisierungsrechten. Die Standard Edition erlaubt den Betrieb von bis zu zwei VMs pro lizenziertem Server. Die Datacenter Edition erlaubt eine unbegrenzte Anzahl an VMs und ist damit die richtige Wahl für stark virtualisierte Umgebungen.

Brauche ich CALs, wenn ich Microsoft 365 nutze?

Nicht unbedingt. Über die Enterprise Mobility + Security (EMS) Suite, die in vielen Microsoft 365 Paketen enthalten ist, sind häufig bereits Windows Server CAL-Rechte inkludiert. Ein separater CAL-Kauf kann in diesen Fällen überflüssig sein.

Häufige Fragen

Eine Frage bleibt unbeantwortet? Unsere Experten haben die Antworten, sprechen Sie gerne persönlich mit uns!

Was ist Software Assurance?

Was ist der Azure Hybrid Benefit?

Wann sollte ich mit der Lizenzplanung beginnen?