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Cowork und Copilot Credits: Was Sie zahlen und wo Sie kaufen

Flat design wide landscape illustration. On the left side, a relaxed person sitting at a desk with a laptop, leaning back, hands folded. On the right side, an abstract AI figure or robot icon actively working: sending emails, updating a calendar, creating documents. Connected by a subtle arrow or dotted line showing delegation. Floating icons between them: email, calendar, document, coin stack. Color palette: blue, orange, white background. Clean minimal flat style, corporate tech aesthetic. No text.
AutorIn: Marvin Seidl

Am 16. Juni 2026 ist Microsoft 365 Copilot Cowork allgemein verfügbar geworden. Mit dem Release kommt etwas, das die meisten direkt betrifft: ein neues Abrechnungsmodell. Cowork wird nicht pauschal abgerechnet, sondern verbrauchsbasiert über Copilot Credits. Microsoft selbst nennt das die erste größere Preismodell-Änderung seit fast zwei Jahrzehnten. Für Sie heißt das, zur Microsoft 365 Copilot-Lizenz kommt eine zweite Kostenebene hinzu.

In diesem Artikel klären wir, was Copilot Credits sind, wie und wo Sie sie kaufen können, und worauf Sie achten sollten, damit Sie nicht zu viel zahlen oder ungenutzte Credits verlieren.

Cowork ist seit 16. Juni 2026 weltweit verfügbar

Vor dem GA-Termin lief von 30. März bis 16. Juni 2026 das Frontier-Programm, in dem ausgewählte Tenants Cowork vorab nutzen konnten. Diese Frontier-Tenants bekommen eine Schonfrist: Sie müssen Usage-Based Billing bis 30. Juni 2026 aktivieren, sonst verlieren sie ab 1. Juli den Zugriff. Alle anderen Tenants starten mit Cowork direkt im neuen Verbrauchsmodell.

Lizenz plus Verbrauch, das neue Zwei-Komponenten-Modell

Cowork ist kein eigenständiges Produkt. Es setzt eine aktive Microsoft 365 Copilot-Lizenz pro User voraus, sonst funktioniert es nicht. Die Lizenz bleibt der Einstieg. Die tatsächliche Cowork-Nutzung wird zusätzlich über Copilot Credits abgerechnet. Im M365 Copilot-Abo sind keine Copilot Credits enthalten, auch nicht in kleiner Menge.

Was ein Copilot Credit kostet

1 Copilot Credit kostet 0,01 USD im Pay-as-you-go-Modell. Credits sind eine gemeinsame Währung, die nicht nur für Cowork gilt, sondern auch für Work IQ APIs, Copilot Studio, Dynamics 365 Agents und Power Platform Workloads. Sie werden auf Tenant-Ebene gepoolt.

Drei Wege, Copilot Credits zu kaufen

Microsoft bietet drei Kaufoptionen, die sich in Vorauszahlung, Flexibilität und Preis unterscheiden. Welche zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie planbar Ihr Verbrauch ist und ob Sie zusätzlich Workflows oder Agents bauen wollen.

Pay-as-you-go

Die einfachste Option. Sie zahlen 0,01 USD pro tatsächlich verbrauchtem Credit, nachträglich am Monatsende. Keine Vorauszahlung, keine Verpflichtung. Eingerichtet wird das im Power Platform Admin Center, vorausgesetzt Sie haben einen aktiven Azure Plan: Licensing –> Billing Plans

Pay-as-you-go ist sinnvoll, wenn Sie Cowork erst einmal ausprobieren und nicht abschätzen können, wie viel Sie verbrauchen werden. Wer ohne Limits startet, riskiert allerdings Überraschungen am Monatsende. Deshalb gehört zur PAYG-Einrichtung immer auch ein Spending Limit.

Copilot Credit Pre-Purchase Plan (P3)

Die Option mit Rabatt. Sie kaufen einmal pro Jahr ein bestimmtes Credit-Volumen im Voraus und bekommen je nach Menge zwischen 5 und 20 Prozent Rabatt. Die Mindestabnahme liegt bei 300.000 Credits pro Jahr. Der Plan ist MACC-anrechenbar (relevant für Kunden mit Azure-Verpflichtung) und verlängert sich automatisch.

Wichtige Eigenschaften:

  • Sie können die Credits flexibel über das Jahr verteilen. Es gibt keine festen Monatsbudgets, die Sie einhalten müssen.
  • Erst am Ende der Jahreslaufzeit verfallen ungenutzte Credits.

Gekauft wird der P3 als Reservation im Azure Portal. Für unsere Kunden übernehmen wir das über unser Cloud-Portal, das spart Ihnen den Umweg über das Azure Portal.

Die Staffelung sieht so aus:

TierCopilot CreditsDiscount
1300.0005 %
21.500.0006 %
33.000.0007 %
415.000.0008 %
530.000.00010 %
675.000.00012 %
7150.000.00014 %
8225.000.00017 %
9300.000.00020 %

Capacity Packs

Die monatlich abgerechnete Option. Ein Capacity Pack kostet ca. 200 USD pro Tenant pro Monat und enthält 25.000 Credits. Kaufbar über Partner: z.B. bei uns in unserem Marketplace für CSP-Kunden oder reservierbar im M365 Admin Center für EA-Kunden.

Zwei Punkte, die Sie kennen sollten:

  • Wer eine Copilot Studio Lizenz im Tenant hat, hat 25.000 Credits pro Monat bereits enthalten. Wenn Sie mehr Credits brauchen, können Sie zusätzlich eine weitere Copilot Studio Lizenz dazu kaufen. Eine zusätzliche Lizenz erhöht Ihre monatliche Credit-Menge: aus 25.000 Credits pro Monat werden dann 50.000. Wichtig: Bei der Buchung gibt es drei Modelle: Monatliche Abrechnung & Monats-Commitment (M/M), monatliche Abrechnung & Jahres-Commitment (M/Y) und Jahres-Commitment mit Vorauszahlung.
  • Ungenutzte Credits verfallen am Monatsende. Wenn Sie in einem Monat nur 10.000 Credits verbraucht haben, verlieren Sie die anderen 15.000. Die Credits werden nicht in den nächsten Monat übertragen.

Genau wegen dieses monatlichen Verfalls sind die Capacity Packs für zum Beispiel reine Cowork-Nutzung meist nicht die wirtschaftlichste Option. Unsere Empfehlung, wenn Sie Cowork dauerhaft einsetzen, Workflows automatisieren oder eigene Agents entwickeln wollen: Pre-Purchase Plan. Es gehen keine Credits verloren, der Rabatt steigt mengenabhängig auf bis zu 20 Prozent, und Sie müssen nicht jeden Monat neu kalkulieren, wie viele Credits Sie kaufen.

Wo Sie den Verbrauch sehen

Es gibt keinen einzigen Ort für alle KI-Kosten bei Microsoft. Mit dem Cowork-GA hat Microsoft das aber zumindest für Cowork und Work IQ APIs zentralisiert.

Das Cost Management Dashboard im Microsoft 365 Admin Center ist jetzt die zentrale Anlaufstelle für Usage-Based Billing: Admin Center -> Billing -> Cost Management. Sie brauchen entweder Global Admin- oder Billing Admin-Berechtigungen.

Drei Tabs strukturieren das Dashboard:

  • Overview: Verbrauch, Restkapazität und Trends in Echtzeit. Sie sehen auf einen Blick, wie viel Credits der Monat schon gekostet hat und wie sich der Verlauf entwickelt.
  • Consumption: Drill-Down nach User, Gruppe, Service und Agent. Wer hat wie viel verbraucht, welche Cowork-Aufgaben sind die teuersten, welche Gruppen brauchen ein eigenes Limit.
  • Configuration: Hier aktivieren Sie das Billing, definieren Spending Policies, setzen Limits und verwalten Ihre Capacity.

Was nicht im Cost Management Dashboard auftaucht: Security Copilot SCU bleibt im Security-Dashboard, Azure OpenAI im Azure Cost Management, Copilot Studio im Power Platform Admin Center. Wer alle KI-Kosten zusammen sehen will, muss weiterhin durch mehrere Ansichten klicken.

Welche Admins was tun dürfen

Microsoft hat die Aufgaben rund um Cost Management auf vier Rollen aufgeteilt:

  • Global Admin und Billing Admin können alles: Default-Policy aktivieren, Spending Policies konfigurieren, Credits kaufen und den Verbrauch monitoren.
  • AI Admin und License Admin können konfigurieren und monitoren, aber selbst nichts kaufen.

Bevor Sie mit der Cowork-Einführung starten, sollten Sie diese Rollen in Ihrer Organisation sauber zugewiesen haben. Sonst stehen Sie am ersten Tag mit aktiver Lizenz vor der Policy-Konfiguration und brauchen einen Global Admin, den niemand gerade erreicht.

Wie Sie den Verbrauch steuern

Microsoft hat das Cost Management bewusst so gebaut, dass Sie nicht erst auf die Rechnung warten müssen, um zu wissen, was los ist. Die Steuerungshebel:

  • Hard Caps: harte Limits pro Policy, ab denen kein Credit-Verbrauch mehr möglich ist.
  • Budgets mit Warnschwellen: Alerts an Admin und Stakeholder, wenn definierte Schwellen erreicht werden.
  • Spending Policies pro Nutzer oder Gruppe: Sie können das Marketing-Team auf andere Limits setzen als das Sales-Team.
  • Kopplung an Azure Subscriptions: Mehrere Subscriptions können separat als Billing-Method dienen.
  • Mischung von Prepaid und PAYG: Sie können den Pre-Purchase Plan als Hauptquelle einrichten und PAYG als Fallback. Sobald die Prepaid-Credits aufgebraucht sind, läuft die Nutzung automatisch über PAYG weiter, wenn Sie eine aktive Azure Subscription haben.

Wenn mehrere Policies auf einen Nutzer angewandt werden, gewinnt laut Microsoft immer die zielgenaueste. Das heißt: Wer in einer breiten Gruppen-Policy auf 1.000 Credits gedeckelt ist und gleichzeitig in einer Spezial-Policy 5.000 Credits hat, bekommt die 5.000.

Mit Microsoft Cowork Estimator den Verbrauch vorher abschätzen

Bevor Sie sich für PAYG oder P3 entscheiden, sollten Sie eine grobe Vorstellung haben, wie viel Cowork bei Ihnen tatsächlich kosten wird. Microsoft bietet dazu einen Estimator an.

Die Methodik ist einfach:

  1. Anzahl Cowork-Nutzer nach Persona schätzen (Power User, Standard User, gelegentlicher Nutzer).
  2. Pro Persona einschätzen, wie viele Prompts pro Monat auf welcher Intensität (light, medium, heavy) anfallen.
  3. Durchschnittspreis pro Prompt anwenden.

Das Ergebnis ist eine Hochrechnung des monatlichen Credit-Verbrauchs. Auf den Cent genau wird das nie, aber für die Entscheidung zwischen PAYG, P3 und der richtigen P3-Tier-Größe reicht es.

Vier Hebel bestimmen den Credit-Verbrauch pro Task

Warum kostet eine Cowork-Aufgabe mal 70 Credits, mal über 1.500? Microsoft zerlegt jeden Task in vier Bausteine:

  • Models: welches KI-Modell genutzt wird. Anthropic Opus 4.8 ist teurer als Sonnet 4.6, das wiederum teurer als Microsofts eigenes „Cowork 1″ sein wird, sobald es verfügbar ist.
  • Context: welche Daten Cowork zusammenzieht. Mails, Dateien, Meetings, Personen und deren Beziehungen. Je mehr Kontext, desto teurer.
  • Tools: welche Aktionen ausgeführt werden. Mail senden, Termin anlegen, Datei erstellen, jeder Schritt kostet.
  • Runtime: wie lange die Orchestrierung im Hintergrund läuft. Lange Tasks über mehrere Stunden verbrauchen mehr Runtime-Credits als ein 30-Sekunden-Task.

Die Summe aus diesen vier Buckets ergibt den Credit-Preis eines einzelnen Tasks.

Light, Medium, Heavy, Microsofts eigene Beispiele

Microsoft gibt im offiziellen Credits Guide drei Beispiele, die einen Eindruck vermitteln. Alle drei rechnen mit Anthropic Opus 4.8 als Modell und sind von Microsoft explizit als „rough planning estimates“ markiert:

  • Light (wöchentliches Status-Update aus dem Kalender erstellen): 70 bis 200 Credits, also etwa 0,70 bis 2,00 USD pro Task.
  • Medium (Briefing für ein Kundenmeeting mit CRM-Daten, relevanten Mails und Files): 400 bis 600 Credits, etwa 4 bis 6 USD.
  • Heavy (6 Monate Produktnutzungsdaten analysieren und einen führungsreifen Bericht erstellen): über 1.500 Credits, also mehr als 15 USD pro Task.

Was diese Zahlen praktisch heißen: Ein Power User, der 20 mittlere Cowork-Tasks pro Monat ausführt, verbraucht zwischen 8.000 und 12.000 Credits, das sind 80 bis 120 USD im PAYG-Modell. Hochgerechnet auf 50 Power User landet man bei 4.000 bis 6.000 USD pro Monat. In genau diesem Bereich kippt die Rechnung Richtung Pre-Purchase Plan.

Welche Modelle Cowork antreiben

Bei GA stehen Anthropic Opus 4.8 und Sonnet 4.6 als Default-Modelle zur Verfügung. GPT 5.5 ist im Frontier-Programm zusätzlich nutzbar. Microsofts eigenes, deutlich kostengünstigeres Modell „Cowork 1″ wird in den Wochen nach GA erwartet. Über einen Modell-Picker können User pro Task wählen, welches Modell zum Einsatz kommt: einfache Aufgaben – das günstigere Modell – weniger Credits.

Für Unternehmen in der DACH-Region kommt ein wichtiger Punkt hinzu. Anthropic-Modelle sind in der EU, im EWR und in UK standardmäßig deaktiviert, weil Anthropic nicht innerhalb der EU Data Boundary läuft. Da Cowork im Kern auf diesen Modellen basiert, muss ein Global Admin sie für den Tenant bewusst freischalten, bevor Cowork überhaupt funktioniert.

Das neue Modell ist ein Schritt weg von der Flatrate, hin zu einer Logik, in der jede Cowork-Aufgabe einen konkreten Preis hat. Für Unternehmen, die Cowork ernsthaft einsetzen, wird die Frage „PAYG, P3 oder Capacity Pack“ wirtschaftlich relevant.

Wenn Sie mit Cowork starten, aber unsicher sind, welche Kaufoption zu Ihrem Verbrauch passt: Wir übernehmen das. Wir prüfen Ihr Verbrauchsprofil, richten die passende Kaufoption ein und konfigurieren die Spending Policies, abgestuft nach Rollen und Tätigkeiten Ihrer Mitarbeitenden, damit niemand mehr Credits verbraucht, als nötig ist.

Sprechen Sie uns an: licensing@seidl-software.com

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Summary

Brauche ich eine Microsoft 365 Copilot-Lizenz, um Copilot Cowork nutzen zu können?

Ja. Cowork ist kein eigenständiges Produkt und setzt eine aktive Microsoft 365 Copilot-Lizenz pro User voraus. Ohne diese Lizenz funktioniert Cowork nicht.

Sind in der Microsoft 365 Copilot-Lizenz Copilot Credits enthalten?

Nein. Im M365 Copilot-Abo sind keine Copilot Credits enthalten, auch nicht in kleiner Menge. Die Lizenz ist die Voraussetzung, jeder Cowork-Task wird zusätzlich verbrauchsbasiert über Credits abgerechnet.

Welche Kaufoptionen gibt es?

Microsoft bietet drei Wege, Copilot Credits zu kaufen. Pay-as-you-go kostet 0,01 USD pro verbrauchtem Credit, ohne Vorauszahlung und mit nachträglicher Abrechnung am Monatsende. Der Pre-Purchase Plan (P3) ist eine 1-Jahres-Vorauszahlung mit Staffelrabatten von 5 bis 20 Prozent ab einer Mindestabnahme von 300.000 Credits. Ungenutzte Credits verfallen hier erst nach einem Jahr, und der Plan ist MACC-anrechenbar. Capacity Packs enthalten 25.000 Credits, kaufbar direkt über Partner. Bei den Capacity Packs verfallen ungenutzte Credits am Monatsende.

Bekomme ich mit einer Copilot Studio Lizenz automatisch Copilot Credits?

Ja. Wer eine Copilot Studio Lizenz im Tenant hat, hat 25.000 Credits pro Monat bereits enthalten.

Häufige Fragen

Eine Frage bleibt unbeantwortet? Unsere Experten haben die Antworten, sprechen Sie gerne persönlich mit uns!

Welche Admin-Rolle braucht man wofür?

Was passiert mit nicht verbrauchten Credits bei Capacity Packs?

Warum kostet die eine Cowork-Aufgabe 70 Credits und die andere über 1.500?